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Schnelligkeit im American Kenpo
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(Mirco Berwing)

Es gibt immer wieder viele Fragen zum Thema Geschwindigkeit und
Geschwindigkeitsentwicklung im American Kenpo. Das ist auch kein Wunder, wenn
man exzellente Meister wie z.B. Larry Tatum, aber auch Jody Sasaki "bei der
Arbeit" beobachtet. Für viele ist es das erste, was ihnen auffällt,
wenn sie zum ersten mal einen Kenpoisten beim Training sehen. Leider gerät so
ein Gewitter von Techniken leicht in den falschen Hals und man redet schnell von
der " klatschenden Kunst".
Im folgenden nur einige Punkte zum Geschwindigkeitsaufbau:
1.Billiard Prinziple
Man arbeitet nicht wie z.B. Im Shotokan Karate Stil mit „Punkten und
Strichen“, sondern im wesentlichen mit kreisförmigen Bewegungen (siehe auch:
Universal Pattern). Man platziert eine ausführende Bewegung am Ende so, dass
nicht nur ein optimaler Eigenschutz entsteht, sondern auch so, dass übergangslos
die nächste Bewegung ausgeführt werden kann. Dadurch entstehen keine Pausen!
Bei z.b. 5 Folgetechniken fehlen dann einfach mal 4 Pausen, was im Ergebnis
nicht nur optisch schneller aussieht, sondern auch unglaublich Zeit spart,
obwohl es vielleicht nur Bruchteile von Sekunden sind. Der Gegner hat weniger
Zeit sich über Gegentechniken Gedanken zu machen.
2.Vorausahnen der gegnerischen Bewegung
Eine weitere wichtige Komponente, die sich aber erst im Laufe der Jahre
entwickelt, ist die, Schnelligkeit dadurch zu erzeugen, dass man die möglichen
Bewegungen seines Gegners voraussieht. Dieses Prinzip kann aber erst greifen,
wenn man nicht mehr nachdenken muss, welche Technik man wie und wann ausführt.
3. Entspannte Muskeln
Ein sehr wichtiger Faktor ist die Lockerheit der Muskeln. Es ist ein alter
Hut, dass angespannte und verkrampfte Muskeln langsamer reagieren. Besonders Anfänger
haben hiermit ein Problem, da die nötige Konzentration auf viele Sachen am
Anfang, fast immer auch die Muskeln verspannen lässt.
4. Direkte Techniken
Direkte Techniken, ohne große Umwege (z.b. mit Ausholen), verhindern nicht
nur das der Gegner unsere Technik evtl. vorausahnt, sondern verkürzen auch die
„Flugzeit“ einer Technik effektiv.
Direkte Techniken haben zwar oft den Nachteil, dass man nicht 100% der möglichen
Kraft übertragen kann (da der Weg kürzer ist), aber wenn man mit Vitalpunkten
arbeitet, ist meist auch nur ein Bruchteil des möglichen notwendig.
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5. Prinzip des Kreises oder Rounded Edges
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90° Kurven muss man langsamer fahren als ein Kreisbogen.
Bewegungsfolgen
mit Ecken und Kanten, werden in ihrem Flow gestört.
6. Rebounding (bei weiten Techniken)
Ist mehr Kraft notwendig, ist es auch meist nötig weiter auszuholen.
Hierbei kann man das Prinzip des „Reboundig“ nutzen, welches so effektiv
sein kann, dass der längere Weg vernachlässigt werden kann.
Reboundig bedeutet „abprallen“. Hier wirken einzelne Elemente einer
Bewegung wie: die Vorwärtsbewegung und Drehung des Körpers, die Anspannung
der Bauchmuskeln im richtigen Moment und noch einige andere, um die Technik
(z.B.: Outward Block),durch abprallen des ausholenden Armes vom Körper beim
ausholen, sehr effektiv zu beschleunigen. Hier ist, die schon oben
beschriebene Lockerheit (Beherrschung des Yin/Yang), von großer Bedeutung.
Alles was man im Training tut, dient letztendlich dem Aufbau einer schnellen
Technik. Sehr wichtig ist, dass eine schnelle Technik langsam wachsen
sollte!
Da gibt es aber ein Problem. Schüler sind ständig geneigt, höheren Graden
nachzueifern und trainieren ihre Bewegungen und Abfolgen viel zu schnell.
Geschwindigkeit kann Kraft, Timing und die korrekte Technik kosten. Auch
werden die Bewegungen oftmals zu kurz ausgeführt, so das Distanzen nicht
mehr stimmen. Schaut man sich einige „schnelle“ Kenpoist mal in Zeitlupe
an, so kann man leicht erkennen, welchen Preis hohe Geschwindigkeit haben
kann. Hier greift der Begriff „klatschende Kunst“, der von anderen
Stilen ab und zu Verwendung findet. Kein Wunder!
Es ist klar, dass bei einer erhöhten Geschwindigkeit die Sauberkeit der
Technik leidet (Toleranzen sind eingeplant), aber sie sollte noch so
„sauber“ sein, dass die Wirkung der Treffer nicht beeinflusst wird!
Viel wichtiger beim Training ist der Flow der Technik, ist der durch Ecken
und Kanten gestört, wird man eh nie mit einer schnellen Technik rechnen können.
Um mit einem Kunstflugzeug eine großartige Show machen zu können, reicht
es nicht die einzelnen Tricks sauber zu beherrschen, du solltest schon
wissen, wie man harmonische von einer Figur zur anderen kommt. Denn ein Strömungsabriss
kann dein Tod bedeuten.
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