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Die Auswertung eines Trainings/ der Ausbildung

"Nachbereitung ist die Vorbereitung für die nächste Ausbildung!"
Dieser Punkt ist nicht selten die empfindliche Stelle eines Trainers/ Ausbilders. Manchmal sind Trainer froh, dass eine Stunde "überhaupt noch so" gelaufen ist und denken dann im Traum nicht mehr an eine Auswertung. Man hilft aber niemandem weiter, wenn wir negatives und positives einfach so im Raum stehen lassen. Nach einer Übungsstunde nichts zu deren Verlauf zu sagen und sie einfach nur mit einer Salutation zu beenden, könnte bedeuten, dass wir kein Vertrauen haben, oder dass man zu selbstsicher geworden ist im Laufe der Jahre. Die Aufgabe eines Trainers ist es aber, jede Möglichkeit zu nutzen seine Schüler nach vorn zu bringen. Dazu ist eine Auswertung sehr wichtig.
Kampfkünste zu lehren hat in der Art und Weise viel Gemeinsamkeiten mit militärischen Ausbildungen, ja sogar Drill. Die "Härte" der Methoden können mitunter fast die der militärischen Erreichen. Ich kenne einige Ausbilder, die einen militärischen Background haben und selbst im zivilen Training, ihren Befehlston nicht schaffen abzulegen. Die Auswertung der Ausbildung durchzuführen ist im militärischen Bereich üblich. Es kommt darauf an, in möglichst kurzer Zeit viel Wissen herüber zu bringen. Im militärischen üblich, wird eine Auswertung in den Kampfkünsten doch noch oft übergangen.
"Die Methode der Auswertung, ist ein wichtiges Mittel, um Schüler in die richtige Richtung zu bringen."
1. Arten der Auswertung
Man kann drei Arten der Auswertung unterscheiden: die persönliche Auswertung, die Auswertung mit der Gruppe und die Auswertung mit dem einzelnen Schüler. Eine Auswertung kann nach einer einzelnen Übung und/ oder nach einem Übungskomplex und / oder nach einem Übungstag und/ oder noch langfristiger durchgeführt werden. Jede dieser Arten haben ihre Wichtigkeit. Dabei sollte man schon auf die Art der gewählten Worte achten und eine Auswertung nicht immer mit gleichen Formulierungen machen, eine Auswertung kann auch schnell den Eindruck von "blabla" bekommen.
1.1. Persönliche Auswertung
An erster Stelle für die persönliche Auswertung einer Ausbildung, steht das ganz persönliche, geistige Verarbeiten und Revue passieren lassen des ausgeführten. Bevor man sich mit anderen austauscht, sollte man mit sich selbst im Klaren sein. Die persönliche Ausbildung bezieht man auf die eigene Arbeit und die Leistung der Schüler. Ziel ist es positive Leistungen zu festigen und negative zu vermeiden. Folgende Checkliste kann hilfreich sein:
War das Trainingsziel real? Habe ich es erreicht oder nicht?
Entsprach das Training inhaltlich und zeitlich dem geplanten Verlauf?
Wurden alle erzieherischen Fähigkeiten genutzt?
Welche Schwächen traten auf in der Gestaltung und wie kann man sie künftig vermeiden? (z.B.: mangelnder Kontakt mit den Schülern, schlechte Disziplin...)
War die Vorbereitung genügend? (Umfang, Qualität, Zweckmäßigkeit)
Wie sind die Leistungen der Schüler zu beurteilen?
Konnte ich pädagogische Grundsätze verwirklichen?
Welcher Schüler ist eine gute Stütze, wer muss mehr aktiviert werden, wem muss man besonders helfen?
1.2. Auswertung mit der Gruppe
Jedes Training wird durch eine Auswertung danach aufgewertet. Wobei darauf zu achten ist, dass eine Bewertung immer ermutigen und anspornen soll, niemals aber Persönlichkeiten der Schuler/ Gruppe verletzen. Eine Gruppenauswertung erfolgt kurz und klar. Positive und negative Beispiele an Beispielen zu demonstrieren prägt ein.
Checkliste:
1.3. Auswertung mit einzelnen Schülern
Auswertungen mit einzelnen Schülern bieteten eine gute Möglichkeit gezielten Einfluß auf die Entwicklung des Einzelnen und somit natürlich auch auf die der ganze Gruppe, zu nehmen. Bestes Mittel ist hier das persönliche Gespräch. Nicht jedem ist das führen solcher Gespräche in die Wiege gelegt. Aus diesem Grund ist es wichtig es zu lernen und nicht zu sagen, kann ich nicht, mach ich nicht. Hat man hierfür keinen Lehrer, bleibt meist nur die Chance "learning by doing". Hier ist immer viel Fingerspitzengefühl angebracht, man sollte sich langsam herantasten. Man muss zu Anfang ja keine Volksreden halten. Kürzere Gespräche machen es auch vorerst. Wichtig ist hierbei, dass der Schüler das Gefühl erhält, dass der Lehrer sich pesönlilch um ihn kümmert und ihn nicht einfach übersieht.
Vor solch einem Gespräch sollte man folgendes beachten:
Was will man mit diesem Gespräch erreichen?
Welche Eigenarten hat der Gesprächspartner, in welcher Form sollte man sie berücksichtigen?
Wählen des Ausgangspunktes des Gespräches.
Welche Fragen sind zu stellen?
Welche Schussfolgerung soll gezogen werden?
Ein sog. "Roter Faden" kann wie folgt aussehen:
Als erstes teilt man dem Gespächspartner den Sinn und Zweck des Gesprächs mit.
Man kann den Schüler als nächstes selbst Stellung zu seinen Leistung nehmen lassen. Hier ist es wichtig, ihm aufmerksam zuzuhören und ihn nicht zu unterbrechen.
Anschließend kann man diese Stellungnahme beurteilen und seine eigene Einschätzung dazu geben.
Man versucht einem leistungsschwächeren Schüler die Ursachen für Problem aufzuzeigen. Leistungsstarke erhalten Aufgaben, die Leistungsschwächeren zu unterstützen.