Paekche
Im Südwesten Koreas, im Paekche-Königreich, fand der erste Kontakt zum
Buddhismus im Jahr 384 statt. In jenem Jahr besuchte ein Priester aus Tung-chin
(China) mit dem Namen Maranant´a das Reich Paekche.
Er wurde freundlich empfangen und es wurde ihm erlaubt, buddhistische Lehren zu
verbreiten. Schon 385 gründete er ein Kloster in Hansan-ju (das heutige
Kwangju). Daraufhin ließ er weitere Priester aus China nach Paekche kommen.
Mit der Verbreitung buddhistischer Ideen in den Königreichen Paekche und Koguryõ
wurden chinesische Elemente in die Kultur der Koreaner verwoben. Die
chinesischen Schriftzeichen sind nur ein Beispiel für diesen kulturellen
Austausch.
In Paekche entwickelte sich das Interesse am Buddhismus sehr schnell.
Ursprünglich wurde die neue Religion eher als eine Art Magie angesehen, mit der
man sich vor schlechten Einflüssen schützen konnte. Doch schon bald gewann das
Interesse an den philosophischen Aspekten dieser Religion an Bedeutung. Einige
Priester besuchten China und Indien, um sich mit den Lehren Buddhas vertraut zu
machen. Der Priester Kyõm´ik verbrachte fünf Jahre in Indien, um dort die
Klosterdisziplin (vinyana) zu studieren. Als er nach Korea zurückkehrte,
gründete er dort die Vinaya-Sekte des Buddhismus.
Die Lehren Buddhas gelangten insbesondere von Paekche aus nach Japan. So sandte
zum Beispiel der König Sõng dem japanischen Kaiser Kimmei im Jahr 538 eine
Buddhastatue, mehrere Fahnen mit buddhistischen Sprüchen, seidene Schirme und
einige Sutras und empfahl den Buddhismus als eine segensreiche Religion und als
Grundlage einer guten Regierung. Andere Könige des Paekche-Reiches entsandten
Mönche, Nonnen, Tempelbauer, Buddhaskulpturen und Priester, um den Buddhismus in
Japan einzuführen. Die Priester Hyech´ong aus Paekche und Hyeja aus Koguryõ, die
im Jahr 595 nach Japan kamen und dort im ganzen Land predigten, gelten als die
Väter des japanischen Buddhismus. Ein besonders frommer König war der 29. Regent
von Paekche. Er erließ Schlachtverbote, befreite die vom Volk gehaltenen
Jagdfalken und befahl alle Geräte der Jagd und des Fischens zu verbrennen.